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AIO-Wissenschaftspreis 2009

Verleihung des AIO-Wissenschaftspreises 2009

Auf dem 6. Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) am 20.11.2009  in Berlin wurde in feierlichem Rahmen bereits zum 28. Mal der AIO-Wissenschaftspreis als hochrangige wissenschaftliche Auszeichnung verliehen.

Die Preisträger in diesem Jahr sind

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein
vom Experimental and Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin
am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein

Prof. Dr. med. Klaus Pantel
Direktor am Institut für Tumorbiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

v.r.n.l.:  Prof. Seufferlein, Halle; PD Dr. Graeven, Mönchengladbach; Prof. Greten, München; Prof. Issels, München; Prof. Krämer, Heidelberg; Prof. Keilholz, Berlin; Prof. Hochhaus, Jena; Dr. Kalanovic (Pfizer), Berlin

Die Jury unter Vorsitz von Priv.-Doz. Dr. Ullrich Graeven würdigte damit zwei herausragende Beiträge in den Bereichen präklinische und klinische Forschung. Die Arbeiten der beiden Preisträger sind exemplarisch für den hohen wissenschaftlichen Anspruch der AIO.

Bild links v.l.n.r.: Prof. Schmid, Dr. Brüderle (Pfizer), Prof. Bokemeyer, Prof. Pantel, Prof. Stein, Priv.-Doz. Dr. Graeven, Dr. Thürigen (Pfizer), Prof. Hochhaus

Präklinischer Teil: Das neu identifizierte Gen MACC1 (Metastasis-Associated in Colon Cancer 1) ist prognostisch für die Metastasierung beim Dickdarmkrebs

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein erhält die Auszeichnung für die wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel
„MACC1, a newly identified key regulator of HGF/Met signaling, predicts colon cancer metastasis.”
 Stein U, Walther W, Arlt F, Schwabe H, Smith J, Fichtner I, Birchmeier W, Schlag PM., Nature Medicine 15:59-67, 2009

Im Rahmen ihrer Arbeit am Experimental and Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin widmete sich Frau Prof. Stein als Wissenschaftlerin vorrangig Fragestellungen der translationalen Forschung. Das in ihrer Arbeitsgruppe neu identifizierte Gen MACC1 (Metastasis-Associated in Colon Cancer 1) erfüllt diesen Anspruch in herausragender Weise.

Dieses bisher nicht beschriebene Gen wurde erstmals in Patienten mit Darmkrebs mittels Genom-weitem Screening identifiziert. Die MACC1-Expression in primären Kolontumoren ist ein unabhängiger prognostischer Indikator für die Metastasierung und das metastasenfreie Überleben von Kolonkarzinompatienten, und erlaubt die frühe Identifizierung von Hochrisikopatienten. MACC1 induziert Proliferation, Invasion und HGF-vermitteltes Scattering in vitro, sowie Tumorwachstum und Metastasierung in verschiedenen Xenotransplantat-Modellen. Diese Phänotypen werden in MACC1-Domänen-Mutanten nicht beobachtet und können mittels RNAi-Technologie revertiert werden. Das Gen für den HGF-Rezeptor MET wurde als transkriptionelles Target von MACC1 identifiziert. Da der HGF-MET-Signalweg für die Metastasierung beim Kolonkarzinom von herausragender Bedeutung ist, stellt MACC1 als ein Hauptregulator der Tyrosinkinase MET ein vielversprechendes Interventionstarget für die Verminderung der Metastasierung beim Darmkrebs dar.

Klinischer Teil: Nachweis disseminierter Tumorzellen auch im frühen Tumorstadium im Knochenmark

Prof. Dr. Pantel erhält die Auszeichnung für die wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Prognostic significance of disseminated tumor cells in the bone marrow of prostate cancer patients treated with neoadjuvant hormone treatment.“
Köllermann J, Weikert S, Schostak M, Kempkensteffen C, Kleinschmidt K, Rau T, Pantel K., J Clin Oncol. 2008;26(30):4928-33 (erschienen am 15.9.2008).

Ungeachtet der Tatsache, dass zahlreiche Karzinome aufgrund verbesserter Diagnostik und Operationstechniken häufig komplett reseziert werden können, tragen die meisten Karzinompatienten ein beträchtliches Risiko, aufgrund einer minimalen Resttumor-Erkrankung (MRD, minimal residual disease), die durch die chirurgische Primärtumorresektion, Chemo- oder Radiotherapie nicht entfernt wurde, an einem späteren metastatischen Rezidiv zu erkranken und zu versterben.
Mit der Etablierung sensitiver immunzytochemischer Techniken gelang es, einzelne disseminierte Tumorzellen (DTC) im Knochenmark  von Karzinompatienten ohne klinisch manifeste Metastasierung bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung zu detektieren.Die Arbeitsgruppe um Prof. Pantel trug wesentlich dazu bei, dass sich international der Nachweis einzelner DTC mitttels monoklonaler Antikörper, die gegen Zytokeratine als spezifische Zytoskelettbestandteile epithelialer Zellen gerichtet sind, durchgesetzt hat (Pantel et al., Nature Rev. Cancer 2008).

Der zur Bewerbung eingereichte Originalartikel stellte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit einer untersuchten Patientenzahl von 193 und einem medianen Beobachtungszeitraum von 44 Monaten die größte Untersuchung zur prognostischen Bedeutung von DTC im Knochenmark von Prostatakarzinompatienten dar. Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes. Die Streuung von Tumorzellen über die Lymph- und Blutbahnen in andere Organe ist der Hauptgrund für die Enstehung von Tochtergeschwülsten, den sogen. Metastasen. Solche Metastasen finden sich beim Prostatakarzinom bevorzugt in den Knochen bzw. im Knochenmark. Die UKE-Wissenschaftler um Prof. Pantel hatten sich daher zum Ziel gesetzt, die DTC als potenzielle Ursprungszellen solcher Metastasen frühzeitig mit Hilfe eigens entwickelter,  hochsensitiver Nachweisverfahren auf Einzelzellniveau zu erkennen.  Die vorliegende Arbeit zeigt nun, dass der Nachweis dieser Zellen mit einem erhöhten Risiko einhergeht, Metastasen zu entwickeln. Weitere molekulare Untersuchungen an diesen Zellen sollen nun Aufschluss darüber bringen, welche biologischen Eigenschaften der DTC man für die Entwicklung neuartiger Therapien zur frühzeitigen  Metastasenprävention nutzen kann.