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AIO-Wissenschaftspreis 2012

Auf dem 9. Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Berlin wurde in feierlichem Rahmen der AIO-Wissenschaftspreis verliehen.

Aufgrund einer großen Anzahl hochrangiger Arbeiten, die für den Wissenschaftspreis eingereicht wurden und aufgrund der hohen Leistungsdichte, entschied das wissenschaftliche Kuratorium in diesem Jahr den translationalen Teil des AIO-Wissenschaftspreise zu vergeben an Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Frank Neipel vom Virologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen. Der Wissenschaftspreis für den klinischen Teil wurde in diesem Jahr Herrn Prof. Dr. med. Martin Fassnacht, von der medizinischen Klinik IV der Ludwig-Maximilians-Universität München verliehen.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 7 präklinische/translationale und 7 klinische Publikationen eingereicht, die allesamt in hochrangigen Journalen im Zeitraum 01.07.2011 bis 30.06.2012 erschienen waren

Höchste Auszeichnung der AIO

Der Wissenschaftspreis der AIO wird jährlich einmal verliehen. Die höchste Auszeichnung der AIO geht zu gleichen Teilen an einen Autor oder eine Autorengruppe mit der besten Publikation zur Entstehung von Krebs und zu innovativen Entwicklungen in der Krebsbehandlung (präklinischer Teil) bzw. zur klinischen Krebsforschung (klinischer Teil). Der von der Firma Pfizer gestiftete Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Der Jury gehörten in diesem Jahr an:
Priv.-Doz. Dr. Ullrich Graeven, St. Franziskus Krankenhaus Mönchengladbach
Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Charité Berlin
Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Martin Schuler, Universitätsklinikum Essen

(Foto oben v.l.n.r.) Dr. D. Kalanovic (Fa. Pfizer), Prof. Dr. M. Fassnacht, Priv.-Doz. Dr. F. Neipel, Priv.-Doz. Dr. U. Graeven,  Prof. Dr. A. Hochhaus, Prof. Dr. B. Wiedenmann

AIO-Wissenschaftspreis 2012 Präklinischer/translationaler Teil:

Mit der wissenschaftlichen Arbeit „The ephrin receptor tyrosine kinase A2 is a cellular receptor for Kaposi's sarcoma-associated herpesvirus.”,  die im Journal
Nature Medicine 18: 961-66, 2012 publiziert wurde, hatte sich Priv.-Doz. Dr. Frank Neipel für den AIO-Wissenschaftspreis 2012 beworben. Seine Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt.

EphA2 ein vielversprechendes Ziel für die Entwicklung neuer Therapien gegen das Kaposi-Sarkom

Mit dieser Arbeit wurde erstmals gezeigt, dass die Ephrin-Rezeptor Tyrosinkinase A2 (EphA2) ein essentieller Rezeptor für die Infektion endothelialer Zellen durch das Kaposi-Sarkom assoziierte Herpesvirus (KSHV) ist. Dabei binden die Glykoproteine H und L (gH/gL) des KSHV mit hoher Affinität und Spezifität an EphA2 und induzieren dessen Phosphorylierung sowie die Aufnahme des Virus in die Zelle. Die besondere Bedeutung dieser Arbeit für die Pathogenese des Kaposi-Sarkoms liegt nicht nur darin, dass EphA2 der erste bekannte essentielle Rezeptor für KSHV auf endothelialen Zellen (den Ausgangszellen des Kaposi-Sarkoms) ist. Vielmehr handelt es sich bei EphA2 um ein Molekül mit bekannten onkogenen Eigenschaften. EphA2 ist in zahlreichen soliden Tumoren überexprimiert. Die Induktion von EphA2 fördert die Metastasierung und Angiogenese. Wir zeigen in dieser Arbeit in Nature Medicine auch, dass die EphA2-Expression in KS-Biopsien stark erhöht ist und mit der KSHV-Infektion korreliert. Beim Kaposi-Sarkom handelt es sich um einen soliden, stark vaskularisierten Tumor, dessen Zellen stets mit KSHV infiziert sind. Mit EphA2 haben wir daher ein Molekül identifiziert, das sowohl bei der Infektion der Zelle als auch bei der typischen Angiogenese eine Rolle spielt. Da EphA2 zugleich im Kaposi-Sarkom aber nicht in gesunder Haut stark exprimiert ist, ist EphA2 ein vielversprechendes Ziel für die Entwicklung neuer Therapien gegen das Kaposi-Sarkom.
Dass man auch bei Nature Medicine die Relevanz dieser Arbeit überdurchschnittlich einschätzt, wird dadurch deutlich, dass die Publikation von einem “News&Views” Artikel von Chris Boshoff begleitet war.

AIO-Wissenschaftspreis 2012 klinischer Teil

Mit der wissenschaftlichen Arbeit „Combination Chemotherapy in Advanced Adrenocortical Carcinoma“, die im New England Journal of Medicine (N Engl J Med 366 : 2189-97, 2012)  publiziert wurde, hatte sich Prof. Dr. Martin Fassnacht für den klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreis 2012 beworben. Seine Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt.

Nebennierenkarzinome gezielt bekämpfen

Mit der ausgezeichneten Arbeit ist es gelungen, erstmalig eine Standard-Chemotherapie für das fortgeschrittene Nebennierenkarzinom zu etablieren. Nebennierenkarzinome zählen zu den seltenen Krankheiten, mit ca. 80 bis 120 Diagnosestellungen pro Jahr.
Die Ergebnisse der Studie zeigen eindrucksvoll, dass eine Chemotherapie mit einer Kombination aus den vier Medikamenten Mitotane, Etoposid, Doxorubicin und Cisplatin deutlich effektiver ist als die Behandlung mit einer Zweierkombination aus Mitotane und Streptozotocin. So lebten ein Jahr nach dem Beginn der Behandlung noch 26 Prozent der Patienten mit der Viererkombination, ohne dass die Erkrankung in dieser Zeit weiter voranschritt. Mit der Zweierkombination waren es nur sieben Prozent. Bei der Viererkombination war zudem die Zahl der Patienten, bei denen sich die Tumormasse verkleinerte, deutlich größer. Die Viererkombination hat sich damit bei vergleichbaren Nebenwirkungen als klar überlegen erwiesen. Sie wird sich darum als Standardtherapie bei dieser Erkrankung durchsetzen.

Insgesamt wurden 304 Patienten mit einem Nebennierenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium in die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mitfinanzierte Studie eingeschlossen. Das besondere an diesem Studienprojekt ist, dass es gelungen ist, 40 Studienzentren  in insgesamt 12 Ländern in Europa, Australien und in den USA zu vernetzen und die größte Studie dieser Art erfolgreich durchzuführen, das aufgrund der geringen Inzidenz eine besondere Herausforderung darstellte.

Dank dieser Studie sind die internationalen Zentren für Nebennierenkarzinome jetzt erstmals sehr gut vernetzt. Das wird für die Patienten auf lange Sicht zu neuen, wirksameren Therapien führen.