Ihre Suchanfrage:


Newsletteranmeldung

WCGIC- 19th World Congress on Gastrointestinal Cancer

28.06.2017 - 01.07.2017

in Barcelona
mehr

SAVE THE DATE - 01.07.2017 - Ärztesymposium - Onkologie UnterEms

01.07.2017

in Leer
mehr

AIO-Wissenschaftspreis 2015

Im Rahmen des 12. Herbstkongresses der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Berlin wurde in feierlichem Rahmen der AIO-Wissenschaftspreis verliehen.
Die Jury entschied nach ausführlicher Diskussion und sorgfältiger Bewertung den klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreises in diesem Jahr in zwei Teilen zu vergeben und zwar an: 
Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Stintzing tätig als Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Universitätsklinikums München

Foto rechts: ro-b.com   - v.l.n.r.  Prof. Thomas Seufferlein, PD Dr. Sebastian Stintzing, PD Dr. Martin Reck

und an

Prof. Dr. med. Susanna Hegewisch-Becker in Hamburg, Niedergelassene Onkologin in der Hämatologisch-Onkologischen Praxis in Hamburg-Eppendorf.

Foto rechts: ro-b.com – v.l.n.r. Prof. Susanna Hegewisch-Becker, Prof. Michael Geißler, PD Dr. Martin Reck

Die eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten waren allesamt in hochrangigen Journalen im Zeitraum 01.07.2014 bis 30.06.2015 erschienen.

Höchste Auszeichnung der AIO

Der Wissenschaftspreis der AIO wird jährlich einmal verliehen. Die höchste Auszeichnung der AIO wird verliehen an einen Autor oder eine Autorengruppe mit der besten Publikation zur Entstehung von Krebs und zu innovativen Entwicklungen in der klinischen Krebsforschung (klinischer Teil). Der präklinische/tranlationale Teil wurde in diesem Jahr nicht verliehen. Der AIO-Wissenschaftspreis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert.
Der Jury gehörten in diesem Jahr an

Prof. Dr. Michael Geißler, Klinikum Esslingen
Prof. Dr. Florian Lordick, Universitätsklinikum Leipzig
PD Dr. Martin Reck, LungenClinic Grosshansdorf
Prof. Dr. Martin Schuler, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Universitätsklinikum Ulm

Mit der wissenschaftlichen Arbeit FOLFIRI plus cetuximab versus FOLFIRI plus bevacizumab as first-line treatment for patients with metastatic colorectal cancer (FIRE-3): a randomised, open-label, phase 3 trial“, die im Lancet Oncol. 2014 Sep;15(10):1065-75) publiziert wurde, hatte sich PD Dr.med. Sebastian Stintzing für die FIRE Studiengruppe für den klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreises 2015 beworben. Seine Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt.

Die Studie untersuchte bei 592 Patienten mit KRAS exon 2 Wildtyp Tumoren die klinisch relevante Frage welche der beiden Erstlinienregime  FOLFIRI Cetuximab oder FOLFIRI Bevacizumab zu einer höheren Ansprechrate führt. Die FIRE-3 Studie ist damit die erste publizierte Studie welche auf einem Phase III Niveau diese Fragestellung untersuchte. Die Studienergebnisse sind international auf sehr große wissenschaftliche Resonanz gestoßen. Zusätzlich wurden durch Analysen des Tumorverhaltens und der Endpunkte „frühes Tumoransprechen“ und „Ansprechtiefe“  wichtige Impulse für die Entwicklung neuer klinischer Endpunkte  in Studien gegeben.

Mit der wissenschaftlichen Arbeit “Maintenance strategies after first-line oxaliplatin plus fluoropyrimidine plus bevacizumab for patients with metastatic colorectal cancer (AIO 0207): a randomised, non-inferiority, open-label, phase 3 trial”, die in The Lancet Oncology 2015;16:1355-69  publiziert wurde, hatte sich Prof. Dr. Susanna Hegewisch-Becker für den klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreis 2015 beworben. Ihre Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt.
Die Definition einer optimalen Dauer und Intensität einer Erstlinientherapie für Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen ist komplex. Das Konzept einer Induktionstherapie gefolgt von einer Maintenance-Strategie mit dem Ziel, kumulative Toxizität zu vermeiden ohne das Gesamtüberleben zu kompromittieren ist vielfältig untersucht worden. Die ausgezeichnete Arbeit ist mit 837 registrierten Patienten die im internationalen Vergleich größte Studie zu diesem Thema, die zudem als einzige Studie einen Vergleich zwischen drei verschiedenen Deeskalationsstrategien durchgeführt hat. Sie zeigt, dass für Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen, die nach Abschluss einer sechs-monatigen Induktionstherapie mit Oxaliplatin/Fluoropyrimidin/Bevacizumab mindestens eine stabile Erkrankung erreicht haben, eine Deeskalation der Therapieintensität möglich ist, wobei eine aktive Erhaltungsstrategie mit Fluoropyrimidin/Bevacizumab  das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu einer Therapieunterbrechung signifikanter verlängert als Bevacizumab mono und somit als Standardvorgehen bezeichnet werden kann. Im Interesse eines „continuum of care“ kann somit eine aktive Erhaltungstherapie zu einer Verlängerung der Krankheitskontrolle bei gleichzeitig guter Lebensqualität beitragen. Da jedoch das Gesamtüberleben durch die Wahl der Erhaltungsstrategie nicht beeinflusst wird, kann die Behandlungsintensität während der Maintenance-Phase an die Patientenpräferenz angepasste werden. Innovative Konzepte zu „moderat intensiven“ Maintenance-Therapien werden derzeit in weiteren Studien der Arbeitsgruppe Kolon-/Rektum-/Dünndarmkarzinom der AIO überprüft.