Arbeitsgruppe Hepatobiliäre Tumoren - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2017

Die Arbeitsgruppe wird vertreten durch Internisten, Chirurgen und Radiologen, die sich auf die Therapie der hepatobiliären Tumoren spezialisiert haben. Wissenschaftliche Schwerpunkte der laufenden und geplanten Studien sind sowohl die Integration neuer molekularer Substanzen einschließlich translationaler Analysen zur Identifizierung prädiktiver Marker als auch Konzepte zur adjuvanten Therapie.

HCC

In der Soramic Studie wird zum einen geprüft, in wieweit sich eine kontrastmittelverstärkte MRT-Untersuchung im Vergleich zur kontrastmittelverstärkten Computertomographie zur Differenzierung der Krankheitsstadien eignet. In dem therapeutischen Teil der Studie werden Patienten im frühen Krankheitsstadium mittels der etablierten Radiofrequenzablation plus Sorafenib behandelt. Die Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom erhalten eine SIRT-Behandlung in Kombination mit Sorafenib oder Sorafenib allein. Die Studie hat die Rekrutierung im März 2016 erfolgreich für den palliativen Arm und die Diagnostikstudie abgeschlossen. Die Rekrutierung der Studie im ablativen Arm (Sorafenib gegen Placebo in der Adjuvanz nach Ablation) läuft in einigen selektierten Zentren weiter. Die Ergebnisse des palliativen Arms und der Diagnostikstudie werden für 2018 erwartet.

In zwei neuen Studienkonzepten IMMULAB – A phase II trial of immunotherapy with pembrolizumab in combination with local ablation for patients with early stage hepatocellular carcinoma (HCC) und IMMUTACE - A Phase II single-arm, open-label study of transarterial chemoembolization (TACE) in combination with nivolumab performed for intermediate stage hepatocellular carcinoma (HCC) wird die Kombination aus Immuntherapie und einem lokalen ablativen bzw. transarteriellen Therapieverfahren untersucht. Beide Studien sind in der Vorbereitungsphase und werden 2018 mit der Rekrutierung beginnen.

In der TACend Studie soll untersucht werden, ob ein sequentieller Therapieansatz mit einem frühzeitigen Wechsel zu einer bestmöglichen systemischen Therapie nach einer Induktionstherapie mit TACE das Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu einer fortgesetzten Behandlung mit TACE bei Patienten mit intermediären hepatozellulärem Karzinom (HCC) verbessert. Für die Studie wird im Rahmen des Programms „Klinische Studien“ eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beantragt. Erfreulicherweise wurde die Studie bereits für die Vollantrags-Phase zugelassen.

CCA - Neo/Adjuvante Therapie:

In der ACTICCA-Studie wird in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Chirurgie der Stellenwert einer adjuvanten Chemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin nach Resektion von cholangiozelluären Karzinomen (GB, dist. GG und intrahep CCC) untersucht. Nach den Ergebnissen der BILCAP Studie, die beim ASCO 2017 vorgestellt wurde und einen Überlebensvorteil (allerdings nicht statistisch signifikant) für eine adjuvante Therapie mit Capecitabin ergeben hatte, erfolgte ein Amendment der Studie. Im aktuellen Studiendesign wird GemCis nun nicht mehr mit BSC, sondern Capecitabin verglichen und die Patientenzahl wurde auf insgesamt 781 Patienten erhöht. Seit dem 13.09.2017 kann die Studie wieder in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden rekrutieren, die Genehmigung der Amendments für Australien und UK steht noch aus.

Die GAIN-Studie (GAIN Trial Neoadjuvant (perioperative) chemotherapy with gemcitabine plus cisplatin followed by radical liver resection versus radical liver resection alone in patients with incidentally detected gallbladder carcinoma after simple cholecystectomy – A phase III study) ist zur Zeit in Vorbereitung. Es freut uns sehr, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) diesen Monat den Vollantrag unserer klinischen Studie „GAIN“ zum Okkulten Gallenblasenkarzinom genehmigt hat. An der Studie werden im Verlauf der kommenden vier Jahre rund 50 medizinische Zentren teilnehmen.

Das „German Registry für inzidentelle Gallenblasenkarzinome“ der Deutschen Geselschaft für Chirurgie beinhaltet z.Z. mehr als 1000 Fälle von incidentellen Gallenblasenkarzinom und soll nun gemeinsam mit der AIO weiter ausgebaut werden. Auch werden gegenwärtig Materialproben der Registerpatienten gesammelt, die dann weiter molekular untersucht werden sollen.

Firstline/Second-line Therapie: In der IMMUCHEC Studie (AIO-HEP-0117, a randomized phase II trial of durvalumab and tremelIMUmab with gemcitabine or gemcitabine and cisplatin compared to gemcitabine and cisplatin in treatment-naïve patients with CHolangio- and gallbladdEr Carcinoma) wird die duale Checkpoint-Inhibition mittels PD-L1 und CTLA4 Blockade in Kombination mit Chemotherapie beim CCA in der Erstlinien-Therapie untersucht. Die Studie wird Anfang 2018 starten.

2 Studienkonzepte sollen beim CCA die Wirkung von nanoliposomalen-Irinotecan in Kombination mit 5-FU/Leucovorin untersuchen. In der randomisierten, multizentrischen Phase II NIFE Studie wird der Stellenwert von Naliri/5-FU/Leucovorin gegenüber dem Standard Cisplatin/Gemcitabin in der Erstlinien-Therapie des inoperablen Gallengangskarzinoms untersucht. In der Studienpopulation sind insgesamt 92 Patienten geplant, 1:1 auf beide Therapiearme verteilt. Der primäre Endpunkt der Studie ist das Progressions-freie Überleben nach 4 Monaten. Es gibt ein obligatorisches translationales Begleitprojekt. In der NALIRICC Studie wird anlog die Wirksamkeit der Kombination im Vergleich zu 5-Fu in der Zweitlinie evaluiert mit insgesamt 100 Patienten, die 1:1 auf beide Therapiearme verteilt werden. Primärer Endpunkt ist auf Grund des zu erwartenden Cross-over der Patienten im Kontrollarm zu nal-Iri ebenfalls das PFS.

Beide Studien sind in Vorbereitung und sollen 2018 die Rekrutierung beginnen.

In einem ähnlichen Design wird in der kleineren IRIBIL Studie, die Wirksamkeit und Sicherheit einer Chemotherapie mit 5-FU, Folinsäure und Irinotecan (FOLFIRI) im Vergleich zur Chemotherapie mit 5-FU und Folinsäure in der Zweitlinie untersucht. Der erste Patient wurde in die Studie eingeschlossen und ist „on treatment“.

Die AIO-assoziierte PIITCAP Studie ist abgeschlossen, in dieser Phase II Studie wurden therapie-refraktäre Patienten mit Gallengangskarzinomen mit dem Chemotherapeutikum CAP7.1 behandelt. CAP7.1 ist eine inaktive Vorstufe des Chemotherapeutikums Etoposid, welches durch eine Carboxylesterase präferentiell in Tumorzellen aktiviert wird. Aufgrund der positiven Ergebnisse ist zurzeit von der Firma Mundi Pharm eine Phase III Studie in Planung.

Die endgültige Auswertung der CISCA-Studie ist weiterhin nicht abgeschlossen. In diese Studie wurden über 100 Patienten, die in der Firstline-Therpaie Capecitabin ± Cisplatin erhielten, rekrutiert.