Arbeitsgruppe Hepatobiliäre Tumoren - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2007

Die Inzidenz hepatobiliärer Karzinome nimmt von Jahr zu Jahr zu. Leider sind die Therapieoptionen hier immer noch stark eingeschränkt. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren diagnostiziert wird. Die Therapie des hepatozellulären Karzinoms wird durch lokalablative Therapieverfahren (PEI und RFTA) und die transarterielle Chemoembolisation beherrscht. Ausgewählte Patienten können mit Hilfe einer Lebertransplantation erfolgreich behandelt werden. In Zusammenarbeit mit unseren chirurgischen Kollegen untersuchen wir derzeit, in wieweit die Immunsuppression nach Transplantation mit Sirolimus hier zu einer Verlängerung des Tumor freien Überlebens führen (SILVER Studie). Zunehmend werden auch molekulare systemische Therapieansätze beim HCC evaluiert. Im vergangenen Jahr konnte war die Arbeitsgruppe an der Durchführung einer internationalen Phase III Studie mit Sorafenib zur Behandlung des HCC beteiligt. Die ausgezeichnete Rekrutierung zu dieser Studie zeigt ganz eindeutig, dass in Deutschland nicht nur ein großer Bedarf an Studien zur Behandlung des HCC besteht, sondern auch dass die verschiedenen Zentren so gut organisiert sind, dass Patienten schnell rekrutiert werden können. Leider bestand bisher von Seiten der pharmazeutischen Industrie nur ein beschränktes Interesse Studien zur Therapie des HCC zu unterstützen, dies wird sich aufgrund der wachsenden Patientenzahlen jedoch sicher ändern. Im Bereich der Gallenwegs- und Gallenblasenkarzinome werden derzeit sowohl systemische Chemotherapiestudien (CISCA) durchgeführt als auch eine Studie zur photodynamischen Therapie geplant. Details zu allen Studien sind auf der Homepage der Sektion hepatobiliäre Karzinome zu finden.