Arbeitsgruppe Hepatobiliäre Tumoren - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2007

Die German Testicular Cancer Study Group (GTCSG) setzt sich aus Vertretern der verschiedenen mit dieser Tumorentität befassten Disziplinen, der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO), Internistische Onkologie (AIO) und Radioonkologie (ARO) zusammen.

Neben der Erarbeitung der Grundlagen für die klinische und pathologische Diagnostik sowie der Erforschung optimaler Therapiestrategien in Studien war es auch der erfolgreiche Ansatz, Prognoseparameter zu identifizieren, der heute eine am klinischen Stadium und individuellen Prognoseparametern orientierte Therapie ermöglicht.

Vor dem Hintergrund eines von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aufgelegten Qualitätssicherungsprogramms, in dem die Arbeitsgemeinschaften aufgefordert wurden, konsensbasierte Leitlinien zu erstellen, erarbeitete die Gruppe 1996 ein erstes interdisziplinäres Konsensuspapier zur Diagnostik und Therapie beim Hodentumor (Schmoll et al., 1997). Das Konsensuspapier wurde 1999 EBM-basiert überarbeitet und wurde eine der ersten EBM-basierten S2-Leitlinien (Souchon et al., 2002). Den internationalen Charakter weiterverfolgend initiierte die deutsche Gruppe im November 2002 ein europäisches Symposium mit für den Hodentumor besonders ausgewiesenen Repräsentanten aus den verschiedenen europäischen Ländern. Das deutsche Konsensuspapier zugrundelegend erfolgte eine systematische Überarbeitung, aus der das erste EBM-basierte europäische Konsensuspapier hervorging (Schmoll et al., 2004).

Hauptziel der GTCSG als Organ der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. ist weiterhin die Durchführung qualitativ hochwertiger urologisch-onkologischer Studien. Daneben wird der Qualitätssicherung eine wichtige Bedeutung beigemessen. Z.Z. wird ein Qualitätssicherungsprogramm von der Gruppe initiiert.

Im Jahr 2006 konnten drei Studien der interdisziplinären Arbeitsgruppe erfolgreich abgeschlossen werden. Hierbei handelt es sich um die Studie zum Stadium I des nicht seminomatösen Hodentumors, die eine retroperitoneale Lymphadenektomie gegenüber einem Zyklus Chemotherapie mit PEB vergleicht. Hierbei ergab sich ein Vorteil zugunsten der adjuvanten Chemotherapie hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens. In einer Nachfolgestudie wird nun die Wertigkeit von einem versus zwei Zyklen PEB bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Metastasierung eines nicht seminomatösen Keimzelltumors im Stadium I (mit vaskulärer Invasion) randomisiert geprüft. In der zweiten abgeschlossenen Studie wurden für Patienten mit Rezidiv nach einer Chemotherapie für einen metastasierten Keimzelltumor zwei verschiedene Hochdosis-Salvagestrategien verglichen: Zum einen der sequentielle Einsatz von drei Zyklen PEI gefolgt von einem Hochdosis-Zyklus CEC, zum anderen der Einsatz eines Zyklus PEI gefolgt von drei sequentiellen intermediär hochdosierten CE-Zyklen. Aufgrund der besseren Verträglichkeit und der geringeren therapieassoziierten Mortalität ergab sich ein Vorteil für das sequentielle Hochdosis-Regime mit CE. Bestimmend für das Therapieergebnis waren insbesondere verschiedene Prognosefaktoren. In einer nun begonnenen Registerstudie werden daher aufgrund von Prognosefaktoren Empfehlungen für eine Entscheidung zwischen konventioneller und Hochdosis-Rezidivtherapie getroffen und das Outcome der Patienten nach entsprechender Therapieempfehlung dokumentiert.
Erfolgreich abgeschlossen werden konnte als dritte Studie „Capecitabin bei Cisplatin-refraktären Keimzelltumoren“. Leider ergab sich hierbei keine wesentliche Aktivität dieser Substanz. In gleicher Indikation wird die laufende Studie Gemcitabin/ Oxaliplatin/Paclitaxel bei refraktären Keimzelltumoren noch für einige Monate fortgeführt, hier wird ein Rekrutierungsziel von 38 Patienten (bei bisher gutem Ansprechen) angestrebt. Ab Januar 2007 wird für diese Indikationsgruppe zusätzlich eine neue Studie mit dem Multityrosinkinaseinhibitor Sunitinib gestartet.
Alle Informationen zu Studien der interdisziplinären Arbeitsgruppe finden sich auf der Website Hodenkrebs.de.