Arbeitsgruppe Hodentumoren - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2009

innerhalb der German Testicular Cancer Study Group (GTCSG)

Die German Testicular Cancer Study Group (GTCSG) setzt sich aus Vertretern, der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO), Internistische Onkologie (AIO) und Radioonkologie (ARO) zusammen, die ihren klinischen und/oder wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich männlicher Hodentumoren haben. In der Gruppe sind Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Im vergangenen Jahr hat die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hodentumoren einige Projekte um das Thema Hodentumoren erfolgreich abgeschlossen.
Für Patienten im fortgeschrittenen Stadium ("poor prognosis" nach der IGCCG Klassifikation) wurde die Rekrutierung der Studie "High-dose PEI plus / minus Aranesp" abgeschlossen (> 100 Patienten), die Auswertung soll bis Anfang 2010 vorliegen. Hieran soll sich bis auf das Vorliegen weiterer Studien ein Register für weit fortgeschrittene Hodentumoren anschließen, um die aktuelle Behandlungsrealität in Deutschland zu erfassen (Kontakt: cbokemeyer@uke.uni-hamburg.de).

Ein großes internationales Erfassungsprojekt zur Analyse von Prognosefaktoren bei Patienten mit erstem Rezidiv nach cisplatin-haltiger Primärtherapie mit nahezu 2000 dokumentierten Patienten abgeschlossen. Die Daten dieser Auswertung wurden beim ASCO-Kongress 2009 vorgestellt, das Manuskript ist in Vorbereitung. Für diese Patientengruppe existiert ein Registerprojekt, bis neue Studien aktiviert werden können, welche für diese Patientengruppe dringend erforderlich sind (Kontakt: joerg.beyer@vivantes.de).

Eine Studie mit Gemcitabin, Paclitaxel und Oxaliplatin bei therapierefraktären Patienten ist abgeschlossen. Sie zeigte die bisher besten Salvage-Ergebnisse für Patienten mit absolut refraktärer Erkrankung.

Die Nachfolgestudie mit Sunitinib hat nun ebenfalls erfolgreich die Rekrutierung mit 34 Patienten beendet und wird zurzeit ausgewertet.

Aktive Projekte
Nichtseminom Stadium I: Vergleich von einem versus zwei Zyklen PEB bei Patienten mit vaskulärer Invasion im Stadium I des Nicht-Seminoms durchgeführt.
(Kontakt: peter.albers@med.uni-duesseldorf.de).
Nichtseminom metastasiertes Stadium "intermediate risk": Vergleich von vier Zyklen PEB versus vier Zyklen PEB plus Paclitaxel. Hier beteiligt sich die Gruppe an der laufenden EORTC Studie (Kontakt: peter.albers@med.uni-duesseldorf.de).

Geplante Studien
Ein Nachfolgekonzept das den Einsatz von Everolimus bei Patienten mit absolut refraktären Patienten untersuchen soll, ist weit fortgeschritten. Mit dem Studienstart ist Anfang 2010 zu rechnen (Kontakt: fenner.martin@mh-hannover.de).
Ein Konzept zur Durchführung einer strukturierten Nachsorge wird derzeit ausgearbeitet (Kontakt: maria.desantis@wienkav.at).

Registerstudien
- Erfassung Leydig Zell Tumoren (Kontakt: sabine.kliesch@ukmuenster.de)
- Organerhaltende Tumorresektion (Kontakt: aheidenreich@ukaachen.de)
- Vaskuläre Komplikationen unter Chemotherapie (Kontakt: dieckmannkp@r-online.de)
- ZNS Metastasen (Kontakt: joerg.hartmann@med.uni-tuebingen.de)
- Patienten mit "Poor risk" nach IGCCCG bei Diagnose (Kontakt: cbokemeyer@uke.uni-hamburg.de)
- Patienten mit Rezidiven nach Chemotherapie (Kontakt: joerg.beyer@vivantes.de)

Die wichtigsten Publikationen
Honnecker F et al (2009) Microsatellite Instability, Mismatch Repair Deficiency, and BRAF Mutation in Treatment-Resistant Germ Cell Tumors. J Clin Oncol 27: 2129.
Lorch et al (2009) High-dose chemotherapy (HDCT) as second-salvage treatment in patients with multiple relapsed or refractory germ-cell tumors. Ann Oncol, online ahead of print.
Weiterhin konnte durch Autoren der Gruppe ein Heft der Zeitschrift "Der Urologe" gestaltet werden ("Der Urologe", Springer Verlag, Heft 4, April 2009).

Eine Informationsbroschüre der Deutschen Krebsgesellschaft zum Thema Hodenkrebs aus der Reihe "Blaue Ratgeber" wurde durch Mitglieder der Gruppe überarbeitet
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/016_hoden.pdf .

Die Homepage der Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe betreibt eine eigene Homepage mit Darstellung der Kontakte, Aktivitäten und aktuellen Dokumenten (http://www.hodenkrebs.de).

Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Hodentumoren gestalten sich zunehmend schwierig durch eine mangelnde Rekrutierungsdisziplin und die Tatsache, dass viele Patienten nicht mehr an Zentren mit entsprechender Expertise überwiesen und behandelt werden. Beide Effekte gefährden die bislang sehr erfolgreiche Arbeit der Gruppe ebenso wie die Versorgungsqualität der Patienten.