Arbeitsgruppe ZNS/Meningeosis - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2011

Die Mitglieder der AG haben in 2011 AIO-assoziierte Studien geplant bzw. bereits begonnen:

Glioblastom: Die Pharmaindustrie war bisher nicht aktiv interessiert, eine Studie zu Bevacizumab/Irinotecan bei Patienten mit rezidiviertem Glioblastom durchzuführen. Die Überlegung insbesondere, ob die bisher empfohlene Dosierung des Bevacizumab von 10 mg/kgKG wirklich erforderlich ist, oder ob die inzwischen an über 1.000 Patienten mit rezidiviertem Glioblastom eingesetzte Dosierung von 4 mg/kgKG nicht zumindest gleich wirksam und besser tolerabel ist, stellt einen wichtigen Behandlungsaspekt dar. Die beiden Bevacizumab-Konzepte in einer Phase III Studie zu testen wird von Dr. Dresemann verfolgt und bei der zuständigen Ethikkommission als monozentrische Studie eingereicht. Das Studienvorhanden als solches wurde inzwischen positiv bewertet. Die Studie ist als AIO-Studie geplant. Voraussetzung für die Teilnahme ist die schriftliche Bestätigung des teilnehmenden Zentrums, alle für die Studie in Frage kommenden Patienten, sofern diese eine Teilnahme nicht ablehnen, zu rekrutieren. Um einen "Bias" zu vermeiden, dürften an dem teilnehmenden Zentrum keine konkurrierenden Studien für die gleiche Indikation aktiv sein.

Meningeosis: Mammakarzinome mit meningealem Befall haben eine ungünstige Prognose mit medianen Überlebenszeiten von median ca. 6 Monaten. Intrathekale Chemotherapie und Strahlentherapie haben hier nur einen palliativen Effekt. Eine (liquorgängige) systemische Chemotherapie hat neben der mehr homogenen Verteilung im Liquorraum den Vorteil einer gleichzeitigen Behandlung der meist prognostisch entscheidenden systemischen Metastasierung. Aus Berlin haben PD Dr. Jahnke und PD Dr. Korfel eine mutizentrische Phase II-Studie zur kombinierten systemischen und intrathekalen Chemotherapie mit Methotrexat, Ifosfamid und liposomalem Cytarabin (DepoCyte®) bei HER-2/neu-negativen Patientinnen mit Mammakarzinom und Meningeosis neoplastica initiiert. Ziel dieser Studie ist die prospektive Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit des Protokolls.

ZNS-Lymphome: Die mulizentrische Phase II Studie zur Prüfung der kombinierten systemischen und intrathekalen Chemotherapie mit nachfolgender Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation bei ZNS-Rezidiven aggressiver Lymphome wurde nach Einschluss von 30 auswertbaren Patienten geschlossen. Die vorläufigen Ergebnisse wurden erstmalig beim ASCO Meeting 2001 als Vortrag präsentiert und sind viel versprechend. Als Nachfolgeprojekt wurde eine Registerstudie zur Beurteilung der Behandlungspraxis des ZNS-Befalls aggressiver Lymphome in der täglichen Routine initiiert. Erfasst werden soll der Krankheits- und Behandlungsverlauf von 100 Patienten. Die Studie läuft bis 12/2013. Studienleiterin PD Dr. A. Korfel, Berlin.