Arbeitsgruppe Onkologische Rehabilitation - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2011

Die Arbeitsgruppe onkologische Rehabilitation ist die derzeit jüngste Arbeitsgruppe unter dem Dach der AIO und hat sich im Winter 2010/11 gegründet. Nach Findung der Gruppe und interessierter Mitarbeit, hat nunmehr ein Teil der Leitgruppe die Tätigkeit aufgenommen. Folgende Studienaktivitäten sind in Planung bzw. werden aktiv konstituiert:

Studie: „Auswirkungen unterschiedlicher Therapiestrategien auf die kognitive Funktion nach Behandlung wegen Mamma-Karzinom“.

Im Rahmen der Rehabilitation werden von den Patientinnen, die aufgrund eines Mamma-Karzinoms eine akut medizinische Behandlung erhalten haben, häufig kognitive Defizite in Form von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen beschrieben. Aufwendige neurophysiologische Testverfahren können hier Defizite aufzeigen, sind aber für die Rehabilitation häufig nicht praktikabel. Aus diesem Grund soll ein einfaches neurokognitives Testprogramm mittels computergestütztem Modul NeuroCog FX etabliert und evaluiert werden. Eingeschlossen werden sollen Frauen im Alter von 18-60 Jahre, die sich im Rahmen der Rehabilitation vorstellen und aufgrund eines Mammakarzinoms eine Operation und oder antihormonelle Therapie und oder Chemotherapie erhalten haben. Der Rekrutierungszeitraum ist von März 2012 bis September 2013 vorgesehen. Insgesamt werden sich ca. 10 onkologische Rehabilitationskliniken an der Patientenrekrutierung beteiligen. Mittels der Studie soll neben der Evaluierung der Relevanz einer neurokognitive Funktionseinschränkung, das praxistaugliche Computerprogramm NeuroCog FX evaluiert werden. Ein Bezug und die Korrelation zur Erwerbstätigkeit soll hergestellt werden.

Registerstudie: „Evaluierung der Erwerbsfähigkeit bei Patientinnen mit Lymphödem und Kompressionsbestrumpfung nach Mammakarzinom“

Anhand dieser Studie soll die Erwerbsfähigkeit von Patientinnen nach Mammakarzinom evaluiert werden, die unter einem Lymphödem leiden und eine Kompressionsbestrumpfung tragen. In der sozialmedizinischen Leitlinie Mammakarzinom der Deutschen Rentenversicherung Bund wird für diese Patientinnen eine Erwerbsunfähigkeit postuliert. Dies stellt sich in der klinischen Praxis anders dar und soll mit dieser Registerstudie überprüft werden. Diese Studie ist in Planung und wird ab nächstem Frühjahr aktiviert werden.

Studie: „Evaluierung der Wirksamkeit der Patienteninformation zur Selbsthilfegruppe Prostata-Karzinom“.

Mittels dieser Studie soll die Effektivität einer Beratungsveranstaltung zum Thema Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe im Rahmen der Rehabilitation evaluiert werden. Es handelt sich dabei um eine prospektive Kohortenstudie, im Rahmen derer in einer Klinik ein bereits bestehendes Selbsthilfeberatungsprogramm erfasst wird und in einer weiteren Klinik die Patienten für die Kontrollgruppe rekrutiert werden. Primärziel der Studie soll sein, zu evaluieren, ob sich durch ein spezialisiertes Informationsprogramm im Rahmen der Rehabilitation mehr Patienten in einer tumorspezifischen Selbsthilfegruppe wieder finden.

Die drei o.g. Studienprojekte sind jetzt in forcierter Bearbeitung und werden allesamt Ende des Jahres bzw. 2012 starten.