Arbeitsgruppe Translationale Forschung - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2011

Die AG „Translationale Forschung“ der AIO beschäftigt sich zum einen mit der organisatorischen Umsetzung und Integrierung von translationalen Projekten in laufende klinische Studien, zum anderen werden eigene Biomarker-basierte Studien konzipiert und umgesetzt. Aktuell werden vor allem bei den laufenden und geplanten Studien zur Therapie gastrointestinaler Tumoren, aber auch zum Mammakarzinom Gewebe- und Blutproben standardisiert und qualitätskontrolliert asserviert und archiviert. Die Biomaterialsammlungen orientieren sich an den Empfehlungen der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF e.V.), wobei sich die AG für eine Zentralisierung der Biomaterialsammlungen der AIO jeweils Organ-bezogen einsetzt, um die hohen Anforderungen des Datenschutzes und der TMF e.V. erfüllen zu können. Von der laufenden AIO KRK 0207 Studie zur Erstlinientherapie beim metastasierten KRK (LKP Prof. Hegewisch-Becker, Hamburg) konnte bislang von über 85% der Patienten Tumorgewebe und EDTA-Blut sowie von den meisten Patienten Serum, auch sequentiell asserviert werden. Erste translationale Projekte, z.B. zu miRNA Signaturen als Prognosefaktoren werden bereits an diesem Material durchgeführt. Es wäre wünschenswert, in den meisten klinischen Therapiestudien der AIO eine standardisierte Materialsammlung zu implementieren, um strukturiert translationale Fragestellungen zu bearbeiten. Auch sollte frühzeitig zur Einreichung von begleitenden Forschungsprojekten aufgerufen werden, über die im Review Board der AIO entschieden wird und die dann in die klinischen Studienabläufe eingearbeitet werden.

Zweiter Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Durchführung Biomarker-basierter klinischer Therapiestudien. So wird derzeit in einer Kooperation der RWTH Aachen und der Uniklinik Dresden eine Studie zum Magenkarzinom gestartet, in der pharmakogenetische Prognosefaktoren zur Therapiesteuerung eingesetzt werden (Kooperation PD Dr. J. Stöhlmacher, Dr. E. Gökkurt). Darüber hinaus gelang es der Mannheimer Arbeitsgruppe (Direktor der Medizinschen Klinik II: Prof. M Ebert) in Kooperation mit der Irischen Studiengruppe ICORG eine EU-Förderung für eine Phase II-Studie beim kolorektalen Karzinom zu akquirieren. Im Rahmen dieses Projektes sollen Biomarker für eine antiangiogenetische Behandlung dieses häufigen Tumors identifiziert und validiert werden. Die Patienten werden in der Erstlinientherapie Folfiri-Bevacizumab erhalten. Es werden Gewebe- und Blutproben vor Therapie und Blutproben während der Therapie asserviert, um neue Marker zu identifizieren. Für die Mitarbeit und Unterstützung der vielen AIO Zentren bei der Umsetzung translationaler Projekte möchten wir uns hiermit erneut herzlich bedanken.

Publikation
Baraniskin A, Munding J, Schulmann K, Meier D, Porschen R, Arkenau HT, Graeven U, Schmiegel W, Tannapfel A, Reinacher-Schick A Prognostic value of loss of SMAD4 Expression in patients with metastatic colorectal cancer under oxaliplatin containing chemotherapy. A translational study of the AIO colorectal study group. Clin Colorect Cancer, 2010; 10:24-29.