Arbeitsgruppe Supportive Therapie - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2014

Die Arbeitsgruppe „Supportive Therapie“ versteht sich als organisationsübergreifende strukturbildende Arbeitsgruppe innerhalb der AIO. Es besteht eine sehr enge Kooperation mit der ASORS (Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin) der Deutschen Krebsgesellschaft. Diese Zusammenarbeit, die auch in Personalunion durch mehrere AIO-Mitglieder erfolgt, soll z. B. die Verbreitung einheitlicher Standards im Bereich der supportiven Therapien vereinfachen und optimieren. Ein zukunftsweisender Schritt ist in diesem Zusammenhang die seit März 2013 initiierte Erstellung der S3 Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ im Rahmen des Leitlinienprogrammes Onkologie unter dem Mandat der DGHO, DEGRO und der ASORS.

Weiterhin sieht sich die Arbeitgruppe „Supportive Therapie“ in der AIO in einer beratenden Funktion, wie  z.B. bei der Erstellung von Studienprotokollen, in denen supportive Begleitmaßnahmen näher beschrieben werden müssen.

Anfang 2010 ist die erste AIO Studie aus der AG Supportive Therapie in Zusammenarbeit mit der AG Palliative Therapie der DGHO gestartet. Diese Phase II Studie (AIO-SUP-0108) wurde im Sommer 2013 abgeschlossen und untersuchte in einem doppelblinden randomisierten Vergleich mit Placebo die Wirksamkeit von Bevacizumab bei malignem Aszites bei Patienten mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Karzinomen. Erste Ergebnisse sind auf dem ESMO 2014 veröffentlicht worden.

Ein größeres Projekt ist die im Frühjahr 2012 begonnene repräsentative Umfrage zusammen mit der ASORS unter Onkologen zur Anwendung der EORTC G-CSF Leitlinie zur Neutropenieprophylaxe nach Chemotherapie. Es wurden 976 Patientinnen mit Mammakarzinom, 286 mit malignem Lymphom und 666 mit Lungenkarzinom aufgenommen, die Analysen wurden auf dem ASCO präsentiert und sind nun zur Vollpublikation eingereicht.

Eine Nachfolgestudie zur Neutropenieprophylaxe ist für das Jahr 2015 in Vorbereitung.

Eine nicht interventionelle Studie zur Anämie nach Chemotherapie überprüft, wie die stufenweise Dosissteigerung Erythropoetin-theta in der klinischen Praxis umgesetzt wird.

Aktuell läuft das Gemeinschaftsprojekt mit der ASORS zur Evaluierung der Leitlinien-Adhärenz und -Implementierung bei chemotherapie-induziertem Erbrechen unter Federführung von Prof. Link.

In Diskussion ist eine Studie zur Umsetzung der Leitlinien bei der Prophylaxe und Therapie von ossären Komplikationen metastasierter Tumoren.

Die Arbeitsgruppe „Supportive Therapien“ möchte möglichst viele aktive Mitstreiter gewinnen, um die verschiedenen Aspekte und zahlreichen Studienkonzepte in der Supportivtherapie umsetzen zu können.

Publikationen

Jordan K.; Atanackovic D., Gog C., Killing B., Stahl M., Freier W., Arnold D., Rüssel J., Hinke A., Luetkens T., Wagner S., Späth-Schwalbe E., Pelzer U., Medgenberg D., Hegewisch-Becker S. Randomised, double-blind phase II study on bevacizumab in patients with malignant ascites due to advanced gastrointestinal cancer (AIO SUP-0108) Annals of Oncology, Volume 25, Supplement 4, 2014, Abstract: 1487PD

Link, H., J. Nietsch, M. Kerkmann, and P. Ortner. "Adherence to Granulocyte-Colony Stimulating Factor (G-Csf) Guidelines to Reduce the Incidence of Febrile Neutropenia after Chemotherapy - a Representative Sample Survey in Germany." zur Publikation eingereicht (2014).