Arbeitsgruppe Hepatobiliäre Tumoren - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2015

Die Arbeitsgruppe wird vertreten durch Internisten, Chirurgen und Radiologen, die sich auf die Therapie der hepatobiliären Tumore spezialisiert haben. Wissenschaftliche Schwerpunkte der laufenden und geplanten Studien sind sowohl die Integration neuer molekularer Substanzen einschließlich translationaler Analysen zur Identifizierung prädiktiver Marker als auch Konzepte zur adjuvanten Therapie.

Beim HCC können weiterhin Patienten in die Soramic Studie eingeschlossen werden. In dieser Studie wird zum einen geprüft, inwieweit sich eine kontrastmittelverstärkte MRT-Untersuchung im Vergleich zur kontrastmittelverstärkten Computertomographie zur Differenzierung der Krankheitsstadien eignet. In dem therapeutischen Teil der Studie werden Patienten im frühen Krankheitsstadium mittels der etablierten Radiofrequenzablation plus Sorafenib behandelt. Die Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom erhalten dagegen eine SIRT-Behandlung in Kombination mit Sorafenib oder Sorafenib allein.

Bei der 2009 abgeschlossenen Rekrutierung der SILVER Studie läuft die Nachbeobachtung der Patienten. Diese Studie wird aufklären, ob eine mTOR-Inhibitor-basierte Immunsuppression im Gegensatz zu Calcineurin-Inhibitoren nach Lebertransplantation das Rezidiv-freie Überleben nach Lebertransplantation bei HCC Patienten verlängert.

In diesem Jahr wurde auch die Rekrutierung der von der Deutschen Krebshilfe geförderten, internationalen ACTICCA-Studie begonnen. In dieser Studie wird in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Chirurgie der Stellenwert einer adjuvanten Chemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin nach Resektion von cholangiozelluären Karzinomen untersucht.

In der Erstlinie können Patienten mit Klatzkin Studie in die internationale OPUS Studie eingeschlossen werden, in den die Wirksamkeit einer lokalen Photodynamischen Therapie in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie mit Gemcitabin/Cisplatin untersucht wird.

In der Zweitlinie können aktuell Patienten in die  AIO-assoziierte PIITCAP Studie eingeschlossen werden. In diese Phase-II Studie werden Therapie-refraktäre Patienten mit Gallengangskarzinomen rekrutiert und mit dem Chemotherapeutikum CAP7.1 behandelt. CAP7.1 ist eine inaktive Vorstufe des Chemotherapeutikums Etoposid, welches durch eine Carboxylesterase präferentiell in Tumorzellen aktiviert wird.

Die Ergebnisse der PICCA-Studie zur palliativen 1. Linien-Therapie des CCC, in der die Patienten GemCis ± Panitumumab erhalten, wurden von Prof. Vogel auf dem diesjährigen ASCO vorgestellt. Leider konnte durch die Intensivierung der Therapie mit Sorafenib keine Verbesserung des PFS oder OS erreicht werden. Eine entgültige Veröffentlichung der Studie ist für das 1. Halbjahr 2016 geplant, wenn alle Daten vorliegen.

Die endgültige Auswertung der CISCA-Studie ist weiterhin nicht abgeschlossen. In diese Studie wurden über 100 Patienten, die Cisplatin ± Capecitabin erhielten, rekrutiert.

 

Publikationen

Stein A, Arnold D, Bridgewater J, Goldstein D, Jensen LH, Klümpen HJ, Lohse AW, Nashan B, Primrose J, Schrum S, Shannon J, Vettorazzi E, Wege H.

Adjuvant chemotherapy with gemcitabine and cisplatin compared to observation after curative intent resection of cholangiocarcinoma and muscle invasive gallbladder carcinoma (ACTICCA-1 trial) - a randomized, multidisciplinary, multinational phase III trial.

BMC Cancer. 2015 Jul 31;15:564. doi: 10.1186/s12885-015-1498-0.

Jens Ricke, Karsten Bulla, Frank Kolligs, Markus Peck-Radosavljevic, Peter Reimer, Bruno Sangro, Eckart Schott, Kerstin Schütte, Chris Verslype, Jerzy Walecki and Peter Malfertheiner for the SORAMIC* study group. Safety and toxicity of radioembolization plus Sorafenib in advanced hepatocellular carcinoma: analysis of the European multicentre trial SORAMIC. Liver International 2014, in press.

Liver Int. 2015 Feb;35(2):620-6. doi: 10.1111/liv.12622