Arbeitsgruppe Translationale Forschung - Informationen

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2015

Die AG „Translationale Forschung“ der AIO unterstützt die Organgruppen der AIO bei der Konzipierung und Durchführung translationaler Begleitprojekte klinischer Studien. Dies bezieht sich überwiegend auf die Sammlung von Blut und Gewebe im Rahmen der Studien. Zentrale Biomaterialbanken sind vor allem in München, Bochum und Dresden verortet. Wie bereits in den vorangegangenen Berichten dargestellt, sind die Datenschutzkonzepte der Biomaterialsammlungen nach Empfehlung der TMF (Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.) konzipiert und an den Standorten weitgehend umgesetzt. Die Allokation der Proben an die jeweiligen Forschergruppen wird nach Antragstellung (Formular bei der AIO) über ein jeweils von der Organgruppe und der Studienleitgruppe bestimmtes Review-Board geregelt. Voraussetzungen für die Bewilligung sind neben einer externen Finanzierung des Projektes, die Expertise der Arbeitsgruppe und eine begleitende Biometrie. Hier ist es das Ziel der Gruppe - in Kooperation mit den Organgruppen - eine noch engere Zusammenarbeit mit Forschergruppen, die translationale Fragestellungen bearbeiten, zu erreichen. Bei Fragen zu den Anträgen bitten wir um Kontaktaufnahme über reinacher@aio-portal.de.

Aktuell werden vor allem die Studien der Kolongruppe von der AG Translationale Forschung betreut. Laufende Projekte sind hier die Studien PanaMa, Volfi, die FIRE-Studien sowie die AIO-KRK-0110-Studie. Außerdem Studien der Pankreasgruppe wie die NeoNax. Abgeschlossen ist die Biomaterialsammlung für die AIO-KRK-0207-Studie, die aktuell als Vollmanuskript publiziert werden konnte (Hegewisch-Becker et al., Lancet Oncol 2015). Von dieser Studie liegen die All-RAS und BRAF Analysen vor. Die Arbeitsgruppe von Prof. Kolligs, München war für das „liquid biobanking“ der Studie zuständig. Aus den vorhandenen Proben konnten aktuell erste Ergebnisse zum Stellenwert methylierter, freier zirkulierender DNA als Prognosefaktor bei Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom unter einer Erstlinientherapie mit Bevacizumab und Oxaliplatin/Fluoropyrimidin generiert werden. Die Publikation steht kurz vor der Einreichung. Auch von der FIRE Gruppe konnten Projekte erfolgreich abgeschlossen werden (siehe Publikationsliste).

Laufende Studien der Gruppe umfassen die aus München koordinierte BarrettNet-Studie (PD Dr. M. Quante), die auf dem letzten Herbstmeeting vorgestellt wurde und aktuell an 20 Zentren in Deutschland rekrutiert. Im Rahmen der Studie sollen Biomarker für die Barrett-Schleimhaut und das AEG identifiziert werden.  Bislang sind erfreulicherweise bereits 300 Patienten eingeschlossen. Ein weiteres Projekt aus der Gruppe ist die Colopredict Registerstudie, die in Bochum geleitet wird (Prof. A. Tannapfel, Koordination: Prof. A. Reinacher-Schick), die molekulare Marker bei Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium II und III untersucht. Hier sind an 37 Zentren bislang über 500 Patienten eingeschlossen. Die das Register begleitenden translationalen Projekte umfassen NGS Analysen und spektroskopische Untersuchungen in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Biophysik der Ruhr-Universität (Prof. K. Gerwert).

Ein weiterer Schwerpunkt der Gruppe sind Sekundäranalysen zu molekularen Daten abgeschlossener AIO Studien. Eine Nachanalyse zur Rolle der Mikrosatelliteninstabilität aus der Capox/Fufox-Studie wurde Ende letzten Jahres publiziert (Nöpel et al. 2014). Des weiteren wird derzeit der Stellenwert von individuellen RAS/BRAF Mutationen bei Patienten mit metastasiertem KRK unter einer Erstlinientherapie untersucht (Modest, München; gepoolte Analyse der abgeschlossenen AIO Erstlinienstudien). Geplant ist darüber hinaus in Kooperation mit der Kolongruppe die Bestimmung der prognostischen Bedeutung einer Mikrosatelliteninstabilität und der Mutationslast sowie die Rolle der sog. „Dienstmann“-Gruppen in den abgeschlossenen KRK-Erstlinienstudien der AIO.

Ausgewählte Publikationen

Influence of mRNA expression of epiregulin and amphiregulin on outcome of patients with metastatic colorectal cancer treated with 5-FU/LV plus irinotecan or irinotecan plus oxaliplatin as first-line treatment (FIRE 1-trial). Stahler A, Heinemann V, Giessen-Jung C, Crispin A, Schalhorn A, Stintzing S, Fischer von Weikersthal L, Vehling-Kaiser U, Stauch M, Quietzsch D, Held S, von Einem JC, Holch J, Neumann J, Kirchner T, Jung A, Modest DP. Int J Cancer. 2015 Aug 18. doi: 10.1002/ijc.29807. [Epub ahead of print]

Impact of Subsequent Therapies on Outcome of the FIRE-3/AIO KRK0306 Trial: First-Line Therapy With FOLFIRI Plus Cetuximab or Bevacizumab in Patients With KRAS Wild-Type Tumors in Metastatic Colorectal Cancer. Modest DP, Stintzing S, von Weikersthal LF, Decker T, Kiani A, Vehling-Kaiser U, Al-Batran SE, Heintges T, Lerchenmüller C, Kahl C, Seipelt G, Kullmann F, Stauch M, Scheithauer W, Held S, Möhler M, Jung A, Kirchner T, Heinemann V. J Clin Oncol. 2015 Aug 10. pii: JCO.2015.61.2887. [Epub ahead of print]

Maintenance strategies after first-line oxaliplatin plus fluoropyrimidine plus bevacizumab for patients with metastatic colorectal cancer (AIO 0207): a randomised, non-inferiority, open-label, phase 3 trial.

Hegewisch-Becker S, Graeven U, Lerchenmüller CA, Killing B, Depenbusch R, Steffens CC, Al-Batran SE, Lange T, Dietrich G, Stoehlmacher J, Tannapfel A, Reinacher-Schick A, Quidde J, Trarbach T, Hinke A, Schmoll HJ, Arnold D. Lancet Oncol. 2015 Oct;16(13):1355-69. doi: 10.1016/S1470-2045(15)00042-X. Epub 2015 Sep 8.

Prognostic value of microsatellite instability and p53 expression in metastatic colorectal cancer treated with oxaliplatin and fluoropyrimidine-based chemotherapy. Nöpel-Dünnebacke S, Schulmann K, Reinacher-Schick A, Porschen R, Schmiegel W, Tannapfel A, Graeven U.

Z Gastroenterol. 2014 Dec;52(12):1394-401. doi: 10.1055/s-0034-1366781. Epub 2014 Dec 4.