Arbeitsgruppe Urogenitaltumoren- Informationen

Informationen 2010

Auf Anregung des Vorstandes der AIO fand am 27. April 2010 das erste Treffen einer zu gründenden AG Urogenitale Tumoren statt. In den Räumen des UKE in Hamburg trafen sich 17 Kollegen aus Deutschland und Österreich, um Impulsreferate zu Biologie, Diagnostik und Therapie von Blasenkarzinomen und Prostatakarzinomen zu diskutieren. 7 weitere Kollegen hatten Interesse an einer Mitarbeit bekundet, waren zu dem Termin jedoch verhindert gewesen. Die Themengebiete Nierenkarzinom und Hodentumoren wurden bewusst ausgeklammert, da hierzu separate Arbeitsgruppen der AIO existieren.
Grundsätzlich ist onkologisches Engagement auf dem Gebiet urogenitaler Tumoren notwendig, da diese etwa 25% des onkologischen Patientenaufkommens in kommunalen Einrichtungen ausmachen. Andererseits ist eine Kooperation mit der Urologie zwingend notwendig. Dort werden Patienten mit urogenitalen Tumoren diagnostiziert und primär behandelt. Die Einbindung onkologisch tätiger Kollegen findet derzeit zumeist leider nur in der palliativen Therapie fortgeschrittener und/oder rezidivierter Patienten statt. Dementsprechend lag der Schwerpunkt der Diskussion und die Überlegung zu gemeinsamen Aktivitäten der Gruppe auf der Therapie des rezidivierten Blasenkarzinoms. Vinflunin wurde als erste Substanz zur Monotherapie für die Indikation Rezidiv nach cisplatinhaltiger Primärtherapie im Vergleich zu "best supportive care" bei Patienten in gutem Allgemeinzustand zugelassen. Pazopanib zeigt in präklinischen Studien ebenfalls Wirksamkeit für diese Indikation. PD Dr. De Santis aus Wien schlug daher eine Beteiligung an einer randomisierten Phase II Studie Pazopanib versus Vinflunin als erste gemeinsame Gruppenaktivität vor. Zunächst sollten Umfragen betreffend der Möglichkeit einer Studienbeteiligung unter interessierten Gruppenmitgliedern durchgeführt werden. Weitere Treffen der AG sind auf der Herbsttagung 2010 der AIO sowie in der ersten Jahreshälfte 2011 vorgesehen.