Arbeitsgruppe Kommunikation - Informationen

KONZEPT „AG KOMMUNIKATION IN DER AIO“

Der Kontakt zwischen Arzt und Patient wird durch die Art und Weise der Kommunikation geprägt. Da es nicht möglich ist, „nicht zu kommunizieren“, fällt der kommunikativen Kompetenz der Ärzte eine große Bedeutung zu. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist kein gleichberechtigtes, man spricht eher von einer asymmetrischen Kommunikation, der Arzt gestaltet durch seine kommunikativen Fähigkeiten die emotionale Befindlichkeit seines Gegenübers.

• Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 8.6 Std. machte die ärztliche Kommunikation mit den Patienten (nach einer Erhebung in fünf saarländischen Allgemeininternistischen Abteilungen) pro Patient etwas vier Minuten aus, mit den Angehörigen etwa eine Minute. (Häuser, W.)

Ärzte stehen vor der Herausforderung, die Überbringer schlechter Nachrichten zu sein und mit den damit verbundenen Reaktionen umgehen zu müssen. Sie tragen weder die Verantwortung für die Krankheit noch für die damit verbundenen Folgen, dennoch werden sie aus der Sicht der Patienten zu Richter über Leben und Tod.
„Das was wir am häufigsten tun, haben wir am wenigsten gelernt.“ Diese Erkenntnis gilt für fast alle heute tätigen Ärzte, und damit auch die onkologisch Tätigen. Dabei wird die Auswirkung der kommunikativen Fähigkeit bei weitem unterschätzt. Neben der klar bewiesenen Tatsache der verbesserten Lebensqualität der Patienten, werden auch folgende Bereiche mehr oder weniger beeinflusst:

• Zufriedenheit der Ärzte
• Rate an burn-out-Syndromen im Gesundheitssystem
• Behandlungsqualität
• Compliance
• Kosten im Gesundheitswesen

UMSETZUNG
Die Einrichtung einer AG „Kommunikation“ innerhalb der AIO steht im Einklang mit der Geschäftsordnung § 2
„Förderung von Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in der Internistischen Onkologie“
Vor der Gründung einer solchen Arbeitsgruppe stellen sich naturgemäß einige Fragen, gibt es genügend Ziele für eine solche Arbeitsgruppe, welche formalen Aspekte sind zu berücksichtigen und gibt es überhaupt ein Interesse innerhalb der AIO an den Themen, die sich mit der AG verbinden.

Es gilt also folgende Aspekte zu berücksichtigen:

1.Ziele der AG
A) Überprüfung der Wertigkeit von Kommunikation auf die Prozessqualität in der Onkologie.
B) Definition „Gute Kommunikation“
C) Entwicklung von Leitlinien für Kommunikation
D) Überprüfung der Wirksamkeit von „Guter Kommunikation“ an Hand der oben angeführten bewiesenen oder angenommenen Einflussbereiche
E) Evaluation von Kommunikation im Wandel der Rahmenbedingungen (Gesundheitsreform, Chipkarte etc)

2.Formale Aspekte
A) Angebote für Kommunikationstraining schaffen: Ausarbeiten von an den Behandlungsalltag der onkologisch tätigen Kollegen angepassten Trainingseinheiten.
B) Sponsoren gewinnen
C) Prüfung, ob Kommunikationstraining Voraussetzung für Erlangen des Fachgebietsbezeichnung wird
D) Langfristig  Verhandlung über verbesserte Leistungsvergütung von Kommunikationsleistungen, insbesondere wenn Auswirkung auf Gesamtkosten belegt werden kann.

3.Mitglieder
Mittlerweile gibt es bereits einige onkologisch tätige Ärzte, die sich intensiv mit dem Thema Arzt-Patienten-Kommunikation auseinandergesetzt haben. Daher sollte es gelingen, eine motivierte Gruppe von Ärzten und Psychologen aufzubauen, die die oben angeführten ambitionierten Ziele verfolgen können.

Somit sind die sowohl die Notwendigkeit als auch die Voraussetzungen für Gründung einer solchen AG gegeben. In der Ausbildung der Medizinstudenten ist das Erlernen von Kommunikationsstrategien mittlerweile Pflicht innerhalb so genannter Modelstudiengängen. Diese Möglichkeit und die damit verbundenen positiven Effekte sollten auch den schon tätigen Kollegen leicht zugänglich gemacht werden.