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Young Medical Oncologist

Young Medical Oncologist (YMO) – Bericht zum Herbstkongress 2012

Auch in diesem Jahr fand ein Networking-Treffen der Young Medical Oncologists am Vorabend des AIO-Herbstkongresses statt. Ziel des Treffens war neben der Diskussion der aktuellen und geplanten Studienprojekte auch die weitere Definition der YMO innerhalb der AIO. Die YMO-Gruppe sieht sich als Forum zur Diskussion von Studienideen aus dem Kreis jüngerer Onkologen sowie als Schnittstelle zur AIO als einer der führenden Studiengruppen der Onkologie in Deutschland. Eines der Ziele der YMO beim Treffen zum Herbstkongress 2012 war, die YMO als Forum innerhalb der AIO besser wahrnehmbar zu machen. Für diese Profilbildung wurden am Vorabend des Herbstkongresses zwei Maßnahmen vorgestellt, die breite Zustimmung fanden. Zum einen soll ein eigenes Logo die Identität der YMO verdeutlichen, zum anderen soll auch die Benennung der Studien diese als YMO-Projekt erkennbar machen.  So wird die geplante Maintenancetherapiestudie von G.M. Haag den Titel „AIO-YMO-0111“, die Querschnittsstudie zur Erfassung komplementärer Therapien von A. Lang den Titel „AIO-YMO-0112“ tragen.
Gleichberechtigter Austausch ohne strenge hierarchische Gliederung soll das kreative wissenschaftliche  Potential der YMO-Gruppe erhalten.  So wurde beschlossen jährlich 2  Interessenvertreter zu benennen, die primäre Ansprechpartner für die YMO sein sollen und die YMO-Treffen koordinieren sollen. Gertraud Stocker (UCC Leipzig) und Dominik Modest (LMU München) treten als Interessenvertreter der YMO die Nachfolge von Maren Knödler (UCC Leipzig), Sema Akin (RWTH Aachen) und Sebastian Stintzing (LMU München) an.
 Für das morgendliche Treffen mit dem Vorstand am 15.11.2012 konnte Frau Prof. A. Märten / Boehringer Ingelheim als externe Referentin gewonnen werden. In einem lebendigen Vortrag berichtete sie über grundsätzliche Organisationsstrukturen der Pharmaindustrie und die Interaktionen der Industrie mit klinischen Forschern. Ganz generell zeigte Frau Prof. Märten, wie wichtig IIT‘s auch für die Pharmaunternehmen sind. Durch Unterstützung von IIT‘s kann entsprechende externe wissenschaftliche Expertise auch für die Weiterentwicklung des Unternehmens genutzt werden. Entscheidend hierbei sind natürlich, ob ein geplantes Projekt in das Portfolio des Unternehmens passt, der Grad der Erfolgsaussicht und auch der Preis des geplanten Projekts. Trotz (oder grade aufgrund) strenger Prüfmaßnahmen im Vorfeld eines IIT werden durch Boehringer ca. 90% der eingereichten Projekte gefördert bzw. finanziert.
Für Projekte aus den Reihen der YMO ist die Kooperation und Integration in die jeweiligen AIO-Arbeitsgruppen nicht nur erforderlich, sondern auch ausdrücklich gewünscht. Erfolgreiche Kooperation mit den jeweiligen Arbeitsgruppen sind so auch für die beiden aktuellen Studienprojekte der YMO unerlässlich:
Martin Haag aus Heidelberg erläuterte sein Studienkonzept zur Erhaltungstherapie beim Magenkarzinom (AIO-YMO 0111), das mit intensiver Unterstützung von Prof. F. Lordick (UCC Leipzig)  erstellt wurde. In Analogie zur OPTIMOX1-Studie beim kolorektalen Karzinom ist hier die initiale Behandlung mit einer intensiven Induktionstherapie gefolgt von einer Deeskalation zur Vermeidung von Toxizität vorgesehen, wodurch eine erneute Intensivierung der Therapie im Krankheitsverlauf ermöglicht wird. Hierzu existieren bereits zwei Studien-Varianten, für die bereits statistische Modelle sowie auch Finanzierungspläne bestehen. Problem der Studie ist weiter die Finanzierung. Als Alternative zu einer industriegeförderten Studie wurde die öffentliche Förderung besprochen. Als Vertreterin des Vorstandes der AIO empfahl Frau Prof. Hegewisch-Becker in einem konstruktiven Gespräch die Finalisierung einer konkreten Studien-Synopse als Basis für mögliche Antragsstellungen.

Der Stand des zweiten Studienprojekts der YMO, eine Querschnittsstudie zur Erfassung von komplementären Therapiemethoden mithilfe von Patientenfragebögen (AIO-YMO-0112), wurde von Andreas Lang aus Mönchengladbach vorgestellt. Bereits realisiert wurde ein Pre-Test, der an 5 Zentren in Deutschland durchgeführt wurde. Aus diesem Pre-Test konnte ein finaler Fragebogen erarbeitet werden. In Zusammenarbeit mit der AIO und der AIO-Studien GmbH konnten grundlegende organisatorische und statistische Sachverhalte geklärt werden. Weitere Schritte sind nun die Einreichung des Protokolls bei der Ethikkommission der ÄK Nordrhein sowie eine Anfrage an die AIO-Mitglieder bezüglich Interesses an der Teilnahme an der Fragebogenaktion.   Eine Begrenzung der möglichen Meldungen pro Zentrum kann helfen, einen Bias durch besonders aktive Zentren zu vermeiden.
Neue Projekte wurden am Morgen des 15.11.2012 aus Aachen und München präsentiert. Clemens Gießen (LMU München) plant eine gepoolte Analyse der AIO-Studien zur Frühmortalität beim metastasierten kolorektalen Karzinom“ (AIO-YMO-0212) in Kooperation mit den entsprechenden Studienleitern (Prof. Heinemann, Prof. Porschen, und Prof. Dr. Schmiegel) aus den Reihen der AIO durchzuführen. Dank der Vermittlung des Vorstandes der AIO liegt aktuell die Zusage aller Hauptprüfer zur Datenweitergabe vor, die eine entsprechende Analyse ermöglicht. Ob eine entsprechende Vergleichbarkeit der erhobenen Daten besteht, muss entsprechend überprüft werden, merkte Frau Prof. Hegewisch-Becker an; diese Analyse stellt den nächsten Schritt dieser Studie dar, die Aufschluss über die Ursachen der Frühmortalität liefern soll.

Die Abbildung der psychoonkologischen Versorgung in Deutschland ist Inhalt des zweiten neuen Studienprojekts der YMO. Sema Akin vom UK Aachen plant den Aufbau des Registers „Krebs und Psyche“ (AIO-YMO-0312) zur systematischen Erfassung von tumorbedingter psychischer Belastung und demographischen Daten von krebskranken Patienten.  Eine entscheidende Neuerung hierbei ist, dass nach dem Screening der Patienten auch eine Verlaufskontrolle zu den Zeiträumen 3, 12 und 24 Monaten vorgenommen werden soll. Nach Aufbau und Etablierung des Registers in Aachen wird die Identifikation möglicher Kooperationspartner  Aufgabe des nächsten Jahres sein.
Das Herbsttreffen der YMO ermöglichte ein Networking junger Onkologen durch Erfahrungsaustausch und Diskussion von Problemen der Studiendurchführung, die so im Plenum der AIO nicht diskutiert werden (können).  Als sehr positiv wurde die gute Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsstelle der AIO und der AIO Studien GmbH empfunden. Durch Unterstützung des Vorstandes wurde unserer Gruppe  Zugang zur Studienlandschaft der AIO ermöglicht, wodurch auch junge Onkologen Chancen zur eigenständigen Forschungsarbeit in der AIO erhalten. Die Initiative der YMO schafft für den onkologischen Nachwuchs optimale Startbedingungen, eigene Projekte mit entsprechendem Mentoring zu initiieren und die onkologische Forschung der AIO zu bereichern. Wir bedanken uns bei allen Unterstützern und hoffen  auf zahlreiche weitere Studienideen. Das nächste Treffen der YMO ist für den GI-Tag im Frühjahr 2013 geplant.

Dr. Timo Behlendorf
Stationsarzt Innere 10 / HIV-Ambulanz
Klinik für Innere Medizin IV
Onkologie/Hämatologie/Hämostaseologie
Universitätsklinikum Halle
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle
Tel.: 0345-557 4972
timo.behlendorf@uk-halle.de