Arbeitsgruppe Frauen- und Familienförderung in der Onkologie - Berichte

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2020

Die AG Frauen- und Familienförderung war auch im zweiten Jahr seit ihrer Gründung äußerst aktiv und hat folgende Projekte erfolgreich einen großen Schritt vorangebracht:

Das AIO-eigene Mentoring-Programm AIO-MentorUs wurde aus der AG Frauen- und Familienförderung heraus erarbeitet, initiiert und auf den Weg gebracht. Das Initiierungstreffen fand auf dem AIO-Herbstkongress 2019 statt. Inzwischen haben sich 8 Paare aus Mentor*innen und Mentees gefunden, weitere fachliche Paarungen sind erwünscht und geplant. Im DKG-Mitgliedermagazin FORUM ist in der Ausgabe 01/2020 ein Artikel von Frau Kathrin Heinrich und Frau Dr. Lisa Miller-Philips erschienen mit dem Titel „AIO-MentorUs – gelebte Nachwuchsförderung in der AIO“. Der Bericht zum AIO-MentorUs-Programm aus der AG Frauen und Familie ist unter der Rubrik Projekte mit Unterstützung des AIO-Vorstandes zu finden.

Berichterstattung vom DKK 2020 in Berlin:

Die AG hat substanziell die fachbezogene Session mit dem Titel „Frauen- und Familienförderung in der Onkologie“ mitgestaltet. In vier informativen und vielseitigen Vorträgen zum Thema fanden sich zahlreiche Zuhörer*innen ein. Veranstaltungen dieser Art erhöhen die Sichtbarkeit relevanter Themen von Frauen und Familien in der Onkologie, arbeiten Probleme sowie Lösungs- und Fördermöglichkeiten heraus und dienen dem Zusammenschluss sowie geistigen Austausch.

Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Frauen in der Onkologie“ IAG-FIO innerhalb der Sektion B der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. wurde gegründet. Die Gründungssitzung fand auf dem DKK statt und war äußerst gut besucht. Es fanden sich zahlreiche hochkarätige Frauen zur gemeinsamen Diskussion, zum Austausch und zur Planung gemeinsamer Projekte ein. Auch wurde ein kommissarischer 5-köpfiger Vorsitz ernannt (https://www.krebsgesellschaft.de/iag-fio.html).

Derzeit Aufbau eines Expert*innen- und Nachwuchs-Finders innerhalb der AIO/DKG: Ziel ist es, mithilfe der öffentlich zugänglichen Listung von Onkologie-Expertinnen und jungen Nachwuchs-Onkolog*innen (YMO) in einem sogenannten Finder, deren klare Sichtbarkeit als Entitäts-spezifische Expert*innen zu generieren, um Frauen und junge Kolleg*innen in vielerlei Funktionen (paritätisch) platzieren zu können z.B. für Vorsitztätigkeiten, als Referent*innen auf Kongressen, bei Gremienarbeit oder Advisory Boards. Der Finder soll auf dem AIO Herbstkongress innerhalb der LG Frauen und Familie final beschieden und im Sprechertreffen vorgestellt werden. Ziel ist die Befüllung des Finders mit Expert*innen ab dem Herbstkongress, um für die Planung des DKK 2022 auf Entitäts-spezifische Expert*innen zugreifen zu können.

Aktivitäten zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:  Zur Erhöhung der Sichtbarkeit der Förderung von Frauen und Familien im Zentrum dient die kontinuierliche Pressearbeit. Im DKG-Mitgliedermagazin FORUM ist in der Ausgabe 04/2020 der Artikel von Herrn PD Dr. Andreas Berger mit dem Titel „Familie im Fokus und Onkologie am Zentrum – wie geht „Mann“ mit Elternzeit und Teilzeitmöglichkeiten um?“ erschienen.

In langer Vorarbeit haben wir uns an der Erarbeitung und Unterstützung des DGHO-Positionspapiers zur Förderung von Frauen in der Hämatologie und Onkologie mit dem langfristigen Ziel einer paritätischen Verteilung von Führungspositionen beteiligt, welches im Dezember 2019 veröffentlich wurde. Es beleuchtet die wesentlichen Kernpunkte zur konsequenten Umsetzung einer aktiv gelebten Parität. Das Positionspapier schärft und verfestigt die Position der DGHO nach innen und richtet sich nach außen an alle Institutionen, Gesellschaften und Gremien, in denen das Fachgebiet der Hämato-Onkologie vertreten ist. Die AIO AG Frauen und Familie unterstützen die Inhalte in vollem Umfang.

https://www.dgho.de/publikationen/schriftenreihen/frauenfoerderung

Eine aktive Mitarbeit und weitere Ideen aller AIO-Mitglieder sind nachdrücklich willkommen und erwünscht!

MentorUs – Das Mentorenprogramm in der AIO

In der AIO sind circa 10% der Mitglieder Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung (Assistenzärzt*innen). Innerhalb der AIO praktizieren die Young Medical Oncologists (YMOs), die jungen Onkologinnen und Onkologen unter 40 Jahren als eigenständige Arbeitsgruppe und initiieren, leiten und finalisieren eigene Studienprojekte.
Assistenzärzt*innen stehen im Laufe ihrer Karrierewege vor enormen Herausforderungen. Neben der klinischen Tätigkeit im Rahmen der Patientenversorgung sollen sie möglichst früh auch wissenschaftliche Ziele verfolgen. In genau diesen Zeitraum fällt dann außerdem häufig die Familiengründung, die wiederum Raum für mehr Privatleben fordert. Nicht umsonst wird dieser Lebensabschnitt auch als „Highway of Life“ bezeichnet – viele wichtige berufliche und private Ereignisse finden in kurzer Abfolge oder auch zeitgleich statt. Im Alltag fehlt für junge Kolleg*innen oft ein Ansprechpartner, mit dem die jeweiligen Karriereschritte sowie die individuellen Herausforderungen und Probleme vertrauensvoll besprochen werden können. Während einzelne Kolleg*innen bereits Vertrauenspersonen oder Mentor*innen vor Ort haben, fehlt für viele motivierte junge Ärzt*innen eine systematische Förderung.
Um diese Förderung zu verbessern, hat die Arbeitsgruppe „Frauen- und Familienförderung in der Onkologie“ der AIO im Rahmen des Herbstkongresses 2019 das Mentoringprogramm AIO-MentorUs auf den Weg gebracht.
AIO-MentorUs, welches standortübergreifend und geschlechterunabhängig stattfinden soll, hat in erster Linie die Karriereförderung bzw. -begleitung sowie die nationale Netzwerkbildung zum Ziel. Es soll ein Erfahrungsaustausch ermöglicht werden, der die professionelle und persönliche Entwicklung junger Onkologinnen und Onkologen begleitet. Das Programm fördert damit auch die standortübergreifende Vernetzung, die beispielsweise für die Durchführung klinischer Studien von höchster Relevanz ist. Zudem ist Nachwuchsförderung ein unverzichtbarer Aspekt des wissenschaftlichen Arbeitens, wenn das Knowhow um die Durchführung von klinischen Studien auf nationalem und internationalem Niveau mit ergänzenden klinisch-translationalen Projekten innerhalb der AIO weiterhin gewährleistet sein soll. Dies wird sicherlich an den einzelnen Standorten bereits täglich gelebt, kann jedoch durch ein standortübergreifendes Programm an neuer Qualität gewinnen.
Durch die Corona-Pandemie lief dann leider alles etwas anders als ursprünglich geplant. Ein erstes persönliches Treffen im Rahmen des Frühjahrstreffens war nicht möglich. Die meisten Kongresse und Veranstaltungen, die ein unkompliziertes persönliches Treffen ermöglicht hätten, fanden virtuell statt. Trotz allem haben sich im Rahmen des Programmes bereits acht „Pärchen“ gefunden, die zumindest alle bereits telefonischen Kontakt zueinander aufgenommen haben.
Nach einem Jahr AIO-MentorUs kann ein positives Fazit gezogen werden. Trotz widriger Umstände konnte das Programm starten und Teilnehmer gewinnen. Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmer sind durchweg positiv.

Kathrin Heinrich, München